Ausserplanmässiger Geburtstag - Non-Scheduled Birthday

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2025 kurz vor den Rauhnächten - Just before Twelfth Night

Gestern war ein ausserplanmässiger Geburtstag. Am 19.01. vor vier Jahren konnte ich gerade noch ein, zwei Meter gehen, bevor ich mich hinsetzen musste. Ich hatte das Gefühl, dass meine Lungenflügel wie die Flügel eines Schwanes zusammenklappen. Nur, dass die Flügel eines Schwans dafür gemacht sind.

 

Es war die dritte Woche mit Covid, die letzte Delta-Variante, wie sich kurz darauf herausstellte. Zum Glück liess sich eine befreundete Ärztin in DE täglich die Symptome durchgeben. An diesem Tag meinte sie, du darfst nicht mehr alleine zu Hause bleiben, gehörst ins Spital. Dort stellten sie fest, dass ich immer mehr Sauerstoff brauchte.

Die Notfallärztin rief auf der Intensiv an und erkundigte sich nach dem weiteren Vorgehen. Sie erhielt den Rat, ich solle mich sofort auf den Bauch legen. Das sei die einzige Möglichkeit, die Intubation zu verhindern. Und siehe da, wir konnten zuschauen, wie die Sauerstoffsättigung im Blut wieder anstieg. Abends fragte sie mich, ob sie mir Antikörper spritzen dürfe. Sie wüssten zwar erst am nächsten Tag, ob es Delta oder Omikron sei, aber es eile. Wenn es Delta sei, würden sie wirken. Wenn bereits Omikron, dann nicht. Aber das wüssten wir erst, wenn sich Wirkung zeige oder eben nicht. Sie durfte. Und auch das war eine hilfreiche Entscheidung.

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Doch war das nur Teil 1 der Genesung. Nach 14 Tagen mussten mich zwei Männer im Rollstuhl die Treppe hochtragen, als sie mich nach Hause brachten. Reha-Plätze waren zu der Zeit ausgebucht. Spitex, Physio zu Hause. Nach zwei Wochen konnte ich in Begleitung der Physio sieben Treppenstufen runtergehen. Da stand dann ein Stuhl, auf dem ich mich ausruhen musste. 10 Minuten später ging es die sieben Stufen wieder zurück in die Wohnung.

Nach ein paar Wochen sass ich mit dem Rollator unten auf dem Trottoir, nachdem ich zehn Meter gegangen und wieder zum Haus zurückgekehrt war, das ich ja kaum verlassen hatte. Den Rest erspare ich euch.

Im Moment kann ich nicht sagen, wie lange es gedauert hat, bis ich wieder zuverlässig drei bis vier Kilometer mit dem Fahrrad fahren konnte. Lange. Sehr lange. Seither bin ich meistens zu Hause. Einmal stieg ich am 01.10.25 ohne Maske in ein Tram. Und schwups hatte ich Covid mit sogenannt milden Symptomen.

Und es dauerte und dauerte und ... Das Gefühl, nicht richtig atmen zu können, entsteht immer noch. Seither bleibe ich meistens wieder zu Hause. Kein Kino, keine Konzerte. Keine Menschenansammlungen in Innenräumen.

Gegen Grippe hab ich mich im Dezember das erste Mal impfen lassen, Covidimpfung folgt. Nach der Ansteckung müssen mindestens drei Monate vergangen sein. Weitere Erkrankungen kann ich mir nicht leisten. Es sind ja nicht einfach nur die zwei, drei Wochen Akutsituation. Das alles kostet neben den chronischen Erkrankungen Hashimoto Polymyalgia rheumatica und Polyarthritis soviel Energie und Lebenszeit.

Am Wochenende vom 09./10.01. war ich einmal mit dem Zug unterwegs mit Übernachtung auswärts und einem Tag mit einer Gruppe. Hab die ganze letzte Woche gebraucht, um mich davon zu erholen, obwohl es ein wirklich guter Tag war. Bleibt die Zuversicht, dass es noch besser wird.

Und jetzt gilt halt einfach mal 30 Jahre schöner leben 😁