Der Hass gegen Frauen - Hatred Against Women

Long Covid ist nicht prickelnd. Fatigue, merkwürdige kognitive Erscheinungen und atmen hauptsächlich. Dafür kann ich nach 37 Jahren Abstinenz plötzlich wieder ein Englisch geschriebenes Buch lesen und verstehe Französisch wieder besser. Auch nett. Nur Italienisch hatte ich nie ganz verloren. Keine Ahnung warum. Nachdem ich Anfang 90er an Flash Backs von sexualisiertem Terror litt, konnte ich von einem Tag zum nächsten keine Fachliteratur und keine anderssprachigen Bücher mehr lesen. Erst als ich 2008 begann, meine Fotos auf flickr zu zeigen und englische Kommentare las und schrieb, war mir Englisch zumindest in wenigen Zeilen wieder zugänglich. Bücher jedoch waren zu aufwendig.

In diesem Zusammenhang find ich es wieder einmal erschreckend, dass wir 600 Jahre nachdem Christine de Pizan ihre Bücher schrieb, immer noch über Hass gegen Frauen sprechen und uns wehren müssen. Gestern fand ich einen Hinweis auf Laurie Penny's "Fleischmarkt". "Würden alle Frauen morgen aufwachen und sich in ihren Körpern wohl und kraftvoll fühlen, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen." Fühle mich erinnert an "Mythos Schönheit", ein Buch, das auch immer noch im Bücherregal steht. Dt. Ausgabe Rowohlt 1991. Nachdem es gelungen ist, Frauen über Jahrhunderte zu übergehen, in Vergessenheit geraten zu lassen, stellen wir fest, dass praktisch jede Generation mit denselben Übeln konfrontiert wird. Und was schreibt ein Mann in die Kommentarspalte: Bei Männern wäre es dasselbe". Ohne Sinn oder Versuch eines Nachweises.

 

Und noch dies. Im Bajour-Briefing vom  03. Mai las ich Folgendes:

 

🌟 Good News der Woche 🌟

"Dass die Polizei nicht immer überall sein kann, macht Sinn. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man in brenzligen Situationen auf die Zivilcourage anderer hoffen kann. So wie letztes Wochenende, als eine Gruppe sechs Jugendlicher mitbekam, dass zwei Geschwister im Tram sexuell belästigt wurden. Die Jugendlichen schützten die beiden Opfer und hinderten den mutmasslichen Täter daran bis zum Eintreffen der Polizei zu fliehen. Die Polizei berichtet, dass gegen den Mann nun ein Strafverfahren eröffnet wurde."

Es ist das Beste, das Kindern in solchen Situationen widerfahren kann: Sie werden ernst genommen. Sie werden geschützt. Der Täter wir mit seinen Verbrechen konfrontiert.

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Long Covid is not overly exited. Fatigue, strange cognitive symptoms and mainly breathing. But after 37 years of abstinence, I can suddenly read a book written in English and again understand French better. Very pleasant. The only language I never completely lost was Italian. No idea why. After in the early 90s suffering from flashbacks of sexualized terror, from one day to the next I could no longer read any specialist literature for my university education or books in other languages. Only when I started showing my photos on flickr in 2008 and reading and writing comments in English the missed language was accessible to me again, at least in a few lines. Books, however, were too much effort.

 

In this context, I once again find it frightening that 600 years after Christine de Pizan (in German) wrote her books, we are still talking about hatred against women and have to defend ourselves. Yesterday I found a reference to Laurie Penny's ‘Meat Market’ on Insta. ‘If all women woke up tomorrow feeling comfortable and powerful in their bodies, the world economy would collapse overnight.’ I am reminded of ‘Mythos Schönheit’, a book that is still on my bookshelf. After centuries of women being ignored and forgotten, we realise that practically every generation is confronted with the same evils. And what does a man write in the comments column? ‘It would be the same for men’. Without any sense or attempt at proof.

 

And now for this: I read the following in the Bajour briefing of 3 May: (Written in German)

 

🌟 Good news of the week 🌟

‘It makes sense that the police can't always be everywhere. That's why it's all the more important to be able to rely on the civil courage of others in dicey situations. Like last weekend, when a group of six young people realised that two siblings were being sexually harassed on the tram. The young people protected the two victims and prevented the alleged perpetrator from fleeing until the police arrived. The police report that criminal proceedings have now been opened against the man.’

 

It is the best thing that can happen to children in such situations: They are taken seriously. They are protected. The perpetrator is confronted with his crimes.

 

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Konstruktives Feedback ist immer willkommen - Constructive feedback always is welcome

 

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