Teil I Vergewaltigt. Damals ein Opfer. Heute nicht mehr. - Part I Raped. Back then a victim. No more today.

Dank eines Twitter-Kontakts erfuhr ich vorgestern Abend von der Sendung Reporter des SRF #vergewaltigt – aber kein Opfer! Ich hätte es mir zu nachtschlafender Zeit nicht mehr anschauen dürfen. Schon während ich zuhörte, wie die jungen Frauen die Vergewaltigungen schilderten, schwappten Erinnerungen hoch. Mehrere der geschilderten Situationen hatte ich selber so und ähnlich erlebt.

Dieser Artikel kann bei ehemaligen Opfern sexualisierter Gewalt Flashbacks antriggern. Bitte, pass auf dich auf. - This article can trigger flashbacks on former victims of sexualised violence. Please, take care of you.

Zusätzlich zu Schlägen und Prügeln durch die Mutter zwei, dreimal die Woche, war ich von Kleinkind an Vergewaltigern ausgesetzt gewesen. Erst über mehrere Jahre dem Lieblingsbruder meiner Mutter, dann mit 10 einem für mich Fremden, von dem meine Eltern aber wussten, dass er  - wie Verwandte es auf der Fahrt dorthin ausdrückten "schon Schwierigkeiten mit kleinen Mädchen gehabt hatte". Mir war an dem Tag speiübel, als wir zu Hause losfuhren. Und obwohl sie von seinen "Schwierigkeiten" - die ausschliesslich seine waren und nicht jene von kleinen Mädchen! - wussten, liessen sie mich bei dem Typen und seinen Schwestern zurück, während sie auf dem Napf wandern gingen. Dann mit 14 zwei Nachbarn, dann mit 17 wieder ein Nachbar. Und zu guter Letzt, als ich mit 26 dringend Hilfe gebraucht hätte, zusätzlich noch ein ausgebildeter "Therapeut" mit Praxisbewilligung, der das Therapiesetting und seine Ausbildung, u,a. Hypnosetechnik nach Milton Erickson missbrauchte. "Es" hörte erst auf, als ich 35 war und einen WEN DO-Kurs besuchte. Sogar während der Kurses geriet ich so in Panik, dass ich mir beim Bruchtest beinahe die Hand brach. Die Skizze oben entstand hinterher im Spital.

TRIGGER WARNUNG

Als im Film eine der Frauen erzählte, wie der Vergewaltiger gesagt habe, *sie solle doch endlich aufhören sich zu wehren, es gehe dann schneller vorbei, war ich mitten im Flashback. Ich war 17, lag in meinem Zimmer, meine WG-Mitbewohnerin war nicht da, und der Nachbar von oben zerrte an meinen Hosen und meinte, ich solle doch endlich ruhig liegen, es gehe dann schneller vorbei. Irgendwann gab ich auf. Als er weg war, verkroch ich mich weinend ins Bett. Später stand ich auf, zog mich an und ging zur Polizei. Vor der Eingangstür blieb ich stehen. Ich traute mich nicht hinein und ging wieder zurück in das, was von meinem zu Hause übrig geblieben war.

*sinngemäss, ich kann es mir jetzt nicht gleich nochmals anschauen

Weiter gehts in den nächsten Tagen.

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Thanks to a Twitter contact, I found out about "Reporter" in the Swiss TV's program on Sunday night
#Raped - but no victim! I shouldn't have looked at it very late in the evening. As I listened to the young women portraying the rape, memories spilled up. Myself I had experienced several of the situations described and similar.

In addition to being beaten and trashed by my mother two, three times a week, I had been exposed to rapists since I was a very small child of two years. First for several years my mother's favourite brother, then at 10 a stranger to me, but my parents knew that he - as relatives put it when we were driving there - "had had difficulties with little girls". I was already sick the morning we left home. And even though they knew about his "difficulties" - which were exclusively his difficulties and not those of little girls! - they left me with the guy and his sisters while walking on the Napf. Then at 14 two neighbours, then again at 17 a neighbour. And last but not least, when I was in urgent need of help at the age of 26, a trained "therapist" with a practice approval who abused the therapeutic setting and his postgraduate training, among others the therapeutic technique of hypnosis therapy by Milton Erickson. "It" only stopped when I was 35 and visited a self-defence course WEN DO.  Even during the course I panicked so much that I almost broke my hand during the breaking test. The sketch above I made in the hospital afterwards.

TRIGGER WARNING

When one of the women in the film told how the rapist said that *she should finally stop defending herself, it would over faster, I was in the middle of the flashback. I was 17, laying in my room, my flatmate wasn't there, and the neighbour from above wrested at my pants and said that I should finally keep still, it would be over faster. At some point I gave up. When he was gone, I crawled into bed crying. Later then I got up, dressed and went to the police. I stopped at the entrance. I didn't dare to go in and went back to what was left of my home.

*words to that effect, I can't look at it right now.

To be continued in the next days.

 

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