Aliens - Menschen und andere Tiere I/ Aliens - Humans and Other Animals I

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Ursprünglich sollte mein nächster Blogeintrag von den Schönheiten im Garten handeln. Doch es kam ganz anders.

 

(I'm really sorry, 'm not able to translate, too much troubles in these weeks)

Copyright, AincaArt, Ainca Kira, Foto und Text, Writer, Photographer, Photography, Taubenplage
Leider eine Taubenplage, 54 Tauben. Hier am 10.07. beim frühmorgendlichen Ausflug und der Landung auf Nachbarsdach - Unfortunately a pigeon plague, 54 pigeons. Here on July 10th. during the early morning excursion and landing on the neighbour's roof.

Im Haus, in dem ich eine Wohnung gemietet habe, ist wieder mal der Teufel los. Entschuldige, lieber schwarzer Engel für die Verwendung dieser Redewendung, sie kommt einer Beleidigung deinerseits gleich.

Vor vier Jahren bereits teilte ich meinem Vermieter mit (macht so was um Himmels Willen immer schriftlich! Alles Mündliche wird später abgestritten. Solche Typen übernehmen ungern Verantwortung), dass irgendwo auf dem Dach oder im Estrich Tauben nisten. "Das kann ja gar nicht sein", war die Antwort. "Wo sollten die denn nisten!" Im Jahr darauf fragte eine neue Mieterin, ob über unseren Wohnungen Tauben brüteten. Sie könne sie hören. Und teilte es auch dem Vermieter mit. Letztes Jahr erzählte ich es dem neuen Verwalter (leider nur mündlich) und irgendwann letzten Winter oder kurz vor dem Frühling seiner Stellvertreterin. Nichts geschah, mann liess es einfach laufen.

Am 21.05. schrieb ich eine Mail und erhielt vom Verwalter die Antwort, man werde sich zeitnah darum kümmern. Zwei Monate später schrieb ich wieder. Inzwischen war die Taubenpopulation explodiert und der Hauseingang voll mit Taubenkot und ich wollte, dass er mindestens einmal wöchentlich gereinigt wird, solange die Tauben auf dem Dach nisten. Ich erhielt keine Antwort. Bis zu einem Telefonat am 27. Juli mit dem eben aus den Ferien zurückgekehrten Verwalter, in dem er extrem persönlich wurde und mir auch noch wissentlich weismachen wollte, ich sei die einzige, die ein Problem mit den Tauben gemeldet habe. Eine Mitmieterin hatte mir schon erzählt, sie habe die Herren erst vor kurzem darauf aufmerksam gemacht. Und am Nachmittag des 27.07. erhielt ich von einem jungen Mitmieter seine Mail, die er am 13. Juli geschrieben hatte. Ach, ja, aber ich soll die einzige sein. Rubbish.

Dass die Tauben N.B. unter der Solaranlage nisten könnten, die mann selber aufs Dach bauen  liess, um den Strom gewinnbringend (tja, bei den heutigen Preisen) verkaufen zu können, statt den Strom gegen Entgelt ans Haus abzugeben, fällt ihnen nicht ein. Und dass zwei Taubenpaare in vier Jahren eine grosse Taubenschar werden, auch nicht. Überraschung.

Ach, je. Ich bin so angefressen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn inzwischen habe ich, mit meinen oft geöffneten Fenstern und dem kleinen Balkon direkt in der nördlichen und südlichen Anflugschneise der Tauben eine Parasitenplage. Seit ca. dem 20. Juni, werde ich zerstochen, gefressen, gebissen, was das Zeug hält.

Angefangen hats hier am Schreibtisch. Und verteilte sich dann im Laufe der Wochen über die ganze Wohnung. Ich wasche, putze, sauge, wasche, wasche, wasche, putze sauge. Dabei kommt die Spitex-Hauswirtschaft wöchentlich drei Stunden, damit ich mit den von der Polymyalgia rheumatica schmerzenden Muskeln genau dieses Art Arbeiten nicht machen muss! (Im Garten habe ich junge, kräftige Helfer*innen für alle schwereren Arbeiten!) Ich schüttele gefühlte hundertmal meine Kleider über der Badewanne aus, hänge sie nicht mehr in den Kleiderschrank, sondern so hoch wie möglich an die Türen. Ich habe Teppiche, Sofa und Sessel mit weissen Leintüchern abgedeckt und trotzdem erwischen die Tierchen mich immer noch. Über so viele Wochen. Und die Stiche sind so verschieden, dass es sowohl Vogelflöhe als auch Milben sein können.

Die jungen Leute sagen, sie hätten bisher nur auf ihrer Terrasse schwarze, hüpfende Punkte gesehen. Andere haben die Fenster nicht so offen wie ich, weil sie zur Arbeit wegmüssen oder weil ein Kindchen nachts schlecht schläft.

Ich habe in der Zwischenzeit einen halben Liter Kosmetikalkohol verbraucht. Ich mische ihn 1:3 mit Wasser und und zwei, drei Tröpfchen Lavendelessenz. Ich sprühe meine Wohnung mit einer Spülmittelwassermischung ein, die deutlich ätzend den Hals erreicht. In 3/4 der Nächte konnte ich nicht mehr als drei, vier Stunden schlafen, eine Nacht sogar nur eine halbe Stunde. Von morgens halb sieben bis sieben. Die nächste verbrachte ich dann auf dem Liegestuhl im Freizeitgarten.

Zwei Wochen lang habe ich Suppenteller mit einer Spülmittelwassermischung mit einem brennenden Teelicht drin in Betrieb gehalten, weil ich gelesen hatte, dass Parasiten davon angezogen, in der Flüssigkeit sterben. Anderthalb Grosspackungen Teelichter später konnte ich die Übung abbrechen. Laut Biologe fanden sich nur Freilandtierchen drin, die nachts durch die offenen Fenster den Weg ans Licht suchten.

Ich dusche bis sechsmal und wasche die Haare ein bis dreimal täglich. Wenn es so weitergeht, werde ich sie kurz rasieren müssen, weil sie völlig austrocknen.

Und natürlich und selbstverständlich kann es auf keinen Fall sein, dass die Parasiten von den Tauben auf dem Dach stammen (sinngemäss der Verwalter).

Dann regnete es übers Wochenende des 1. August und wieder einmal lief die Regenrinne Nord über und entleerte sich sturzbachartig auf meinen kleinen Balkon. Samt Taubenkot und Parasiten. Seit sechs Jahren zweimal im Jahr und oft an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen. Dabei wissen die Herren ganz genau, wann die Edelkastanie die Blütenstände abwirft und wann die Blätter. Doch erst muss immer mein Balkon inkl. Mobiliar und Pflanzen überschwemmt werden.

Das Abflussrohr Nordost befindet sich ca. 20 cm neben meinem Balkon. An diesem Wochenende sah ich dann erstmals schwarze Pünktchen auf dem Wetterschenkel der Küche und des Schlafzimmers, die davonhüpften, als ich sie wegwischen wollte.

Verdorrte Rückstände der Blütenstände der Edelkastanie - Withered residues of the sweet chestnut inflorescences
Verdorrte Rückstände der Blütenstände der Edelkastanie - Withered residues of the sweet chestnut inflorescences

Und der Verwalter weigerte sich, reinigen zu lassen. Bei diesem Regen würden alle normalen Regenrinnen überlaufen (O-Ton). Die Reinigung der Regenrinne sei für den Oktober vorgesehen. Mails hin und her, ich argumentierend, er stur immer dasselbe ohne auf meine Argumente einzugehen, bis ich am Montag und am Dienstag nochmals Frist setzte und schrieb, ich würde in Übereinstimmung mit dem Mietrecht notfallmässig und auf Kosten der Verwaltung den Spengler kommen lassen, falls ich bis zum 11.08. um 16 Uhr nicht erfahre, wann vor den nächsten Regenfällen die Regenrinne gereinigt werde. Am 11. sah es nach Gewittern aus, doch von der Verwaltung kam keine Antwort. Als die Frist verstrichen war, rief ich den Spengler an. 45 Minuten später stand er mit einem Arbeiter und einer langen Leiter im Garten. Zehn Minuten später war die Sache erledigt. Verdorrte Blütenstände der Edelkastanie hatten den Abfluss verstopft.

Und, was für eine Überraschung, im trockenen Gras des ungepflegten Waldgartenbodens sassen auch noch Grasmilben, die nur darauf gewartet hatten, dass jemand mit Adiletten und nackten Beinen lang genug da stehen bleibt. Die 10 Minuten mit dem Spengler hatten gereicht.

Bis vor kurzem hatte ich jeweils den Rasen gemäht und im Sommer gewässert, händisch mit dem Schlauch. Vor dem Haus und hinten. Dann gab es 2018 eine Hausbegehung mit der neuen Verwaltung (vorher hatte die Vermieterschaft die Verwaltung gemacht) und ich erhielt einen Brief. Man habe entdeckt, dass ich im Keller einen Gefrierschrank betreibe. Höhöhö - dabei hatte ich, wie es sich gehört, den Vermieter 2014 bei meinem Einzug gefragt, ob das ok sei. Er meinte ja. Dafür mähte ich mit meinem Rasenmäher den "Rasen" und wässerte. Nun hiess es, ich müsse 48 Franken jährlich für den Strom bezahlen. Der 60l-Gefrierschrank braucht für ca. 30 Franken Strom. Aber nun gut. Dann kann ich mich aber nicht mehr ums Rasen mähen und wässern kümmern. Ich weiss nicht, wann "der Gärtner" zuletzt was im Garten gemacht hat. Ich hab seit Monaten nichts bemerkt, was mit Gartenpflege zu tun gehabt hätte, ausser dass jemand in den letzten Tagen den Zwetschgenbaum leer geräumt hat. Und es waren nicht die Mieter*innen.

Ach, je, Grasmilben loszuwerden, dauert dann auch noch ein paar Wochen.

Ich kann nicht mehr. Ich werde eine Institution mit Wohnbegleitung bitten müssen, sich an meiner Stelle um all diese Angelegenheiten zu kümmern. Ich überlege mir aber auch ernsthaft, die Sache mit Namensnennung in die Öffentlichkeit zu tragen. Interessierte Medienschaffende gibt es bestimmt, wenn es sich bei der Vermieterschaft um bekannte Leute, einen ehemaligen Hausarzt und eine ehemalige SP-Gemeindepräsidentin und Juristin, Friedensrichterin (sic!) handelt. Die Verwaltung gleich mit. Behauptet doch tatsächlich, nur meinetwegen landeten sie vor der Schlichtungsbehörde (u.a. merkwürdige Nebenkostenabrechnung 2017 noch von der Vermieterin ausgestellt, die uns 2015 und 2016 jeweils über 1000 Fr./Jahr zuviel hatte abknöpfen wollen!!). Dabei weiss ich von mindestens fünf Mieter*innen aus anderen Liegenschaften, die jetzt wegen der Mietzinssenkung im Zusammenhang mit gesunkenem Leitzinssatz mit derselben Verwaltung vor die Schlichtungsbehörde gelangen.

Ach, ja, beinahe gings vergessen. Der Kammerjäger war am 05.08. bei mir. Derselbe, der für die Tauben auf dem Dach zuständig ist. Er wusste nichts davon, dass im Dachboden von der Westseite her die Spatzen ein- und ausfliegen, obwohl die Mieter*innen darunter es der Verwaltung am 28. Juli gemeldet hatten. Er wusste nichts davon, dass auf dem Dach der angebauten Gartenwohnung 2017 auch eine Solaranlage installiert worden war. Und er wusste nichts davon, dass im Dachboden das Isolationsmaterial herunterhängt. Im Mai, als ich mit der Spitex-Hauswirtschafterin meine Sommerkleider vom Dachboden holte, hing noch viel mehr runter als jetzt. Und obwohl die Mieter*innen der diversen Abteile nichts davon wussten, wurde seit meiner Meldung einiges wieder angebracht. Bei mir kann niemand mehr ungefragt in mein Abteil. Ich habe vor drei Jahren aus Gründen ein Vorhängeschloss angebracht. Da hängen jetzt aber auch keine Isolationsmatten runter.

Vergangenen Montag war ich bei meiner ehemaligen Lieblingsmitmieterin zu Besuch. Sie, Architektin, lebt inzwischen traumhaft schön in einem selbstgebauten Haus am Waldrand im Landkanton. Sowohl sie, ihr Partner und einer ihrer Umzugshelfer, der gerade anwesend war sagten, dass das Isolationsmaterial schon im Winter heruntergehangen hatte. Und ich hatte mich den Winter über öfter gefragt, warum ich die Radiatoren plötzlich eine Stufe höher einstellen musste um die 20 und 21°C Zimmertemperatur zu erreichen. Jetzt weiss ich es. Ob dieser Mangel bei den Nebenkosten berücksichtigt werden wird?

Dass die Tauben trotz Frist 15.08. immer noch auf dem Dach sind, versteht sich bei diesen Herrschaften wohl von selbst. Und dass immer noch ganze Isolationsmatten runterhängen auch. Obwohl der Kammerjäger gesagt hat, solange die Isolationsmatten herunterhingen, könne er nicht mit seiner Arbeit anfangen.

Morgen habe ich einen Termin beim Dermatologen. Ich nehme an, er wird mir auch noch etwas zur Herkunft der Stiche sagen können. Drück mir doch mal die Daumen, bitte.

Nun werde ich ab und zu von Spitex-Pflegefachkräften gefragt, ob ich nicht lieber umziehen wolle. Hm, tja, solange die Polymyalgia am Laufen ist, kann ich nicht mal Wohnungen anschauen geschweige denn alles zusammenpacken und einen Umzug organisieren. Ich musste ja auch das Cortison wieder erhöhen, da die Schmerzen zu gross wurden. Und bis das Methotrexat wirkt, kann es noch ein Weilchen dauern. Abgesehen davon ist es besser hier zu wohnen, solange ich von der Vermieterschaft noch Geld zu Gute habe. Denn das kann ich von der Miete abziehen, wenn sie z.B. zuviel berechnete Nebenkosten nicht zurückzahlen. Zudem steht auch noch die Mietzinsreduktion für den Umbau an (Presslufthammer u.a.m. in einem 50er Jahre Betonhaus von Ende März bis Ende Oktober 2017). Aber eben, ich brauch mir gar nicht zu sagen, dass das Geld nicht so wichtig wäre, ich bin eh zu krank und zu geschwächt.

So, das musste jetzt mal raus.  Ich habe keine Ahnung, ob dieser Text fehlerfrei geschrieben ist und muss ihn jetzt so stehen lassen.

Zum Abschluss wenigstens noch ein paar Schönheiten. Ursprünglich hatte ich angefangen, sie zu sammeln, weil ich meiner Freundin G. in Thun eine Mail mit Garten- und Blumenfotos versprochen hatte. Nun wird sie die ersten hier anschauen dürfen. Eine wunder - volle Zeit wünsche ich den Leser*innen. Habt eine gute Zeit.

 

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